Auf Anregung des k. k. Regierungsrates Prof. Dr. F. X. Neumann, Ritter von Spallart, wurde im Marz 1874 der "Unterstutzungsverein für dürftige und würdige Hörer der Hochschule für Bodenkultur" gegründet. Die Unterstützung bestand damals in erster Linie in einer Speisemarken-Zuwei­sung, aber auch in direkten Geldunterstützungen für kranke Studierende und für die Teilnahme an fachlichen Exkursionen.

Schon von Beginn an waren das Schicksal und die Entwicklung des Vereines eng verbunden mit dem selbstlosen Wirken idealistisch gesinnter Persönlichkeiten. Einer der vielen Männer, die sich damals in den Dienst dieses wohltätigen, studentischen Vereines stellten, war Prof. Dr. Oskar Simony, welcher in jahrzehntelanger Tätigkeit wesentlich am Aufbau des Vereines beteiligt war.

Eine Maßnahme, welche die spätere Tätigkeit des Vereines entscheidend beeinflusste, war die Errichtung eines eigenen Studentenheimes in Verbindung mit einer Mensa im Jahre 1904. Der unmittelbare Anlass für diese Gründung war die Verlegung der Hochschule für Bodenkultur aus den Mietgebäuden in der Josefstadt auf die "Türkenschanze", welche Maßnahme andererseits Nach­teile für die Studenten bezüglich Unterkunft, Verpflegung und Anfahrtswege brachte.

Das am 21. Oktober 1904 feierlich eröffnete Studentenheim bot 58 Studie­renden in 40 Zimmern eine preiswerte Unterkunft. In der angeschlossenen Mensa konnten 250 Studierende verköstigt werden.

Der Erste Weltkrieg, aber auch die folgenden Jahre stellten die Vereinsführung vor schwierigste Probleme. Doch gerade in dieser Zeit waren die Einrichtungen des Vereines für viele Studenten oft die einzige Möglichkeit, ein Studium an der Hochschule für Bodenkultur zu absolvieren.

Im Jahre 1936 erfolgte eine bedeutende Neuorganisation der gesamten Förderungstätigkeit. Dabei wurde erstmals eine starke Mitwirkung des land- und forstwirtschaftlichen Berufsstandes verankert und es waren im neuen Verein neben den Professoren der Hochschule und den Vertretern der Behörden auch Vertreter landwirtschaftlicher Körperschaften, Genossenschaften und landwirtschaftlicher Industrien tätig. Obmann des nunmehr benannten Unterstutzungsvereines für bedürftige Studierende der Hochschule für Boden­kultur wurde der damalige Kammeramtsdirektor der Niederösterreichischen Landes-Landwirtschaftskammer Dipl.-Ing. Leopold Greil.

Die äußerst erfolgreiche Tätigkeit des neuen Vereines wurde jäh durch die Eingliederung Osterreichs in das Deutsche Reich unterbrochen. Der Verein wurde aufgelöst und im Heim ein Militärspital eingerichtet.

Durch Bescheid [...] t.b.c.

In der zweiten Generalversammlung des reaktivierten Vereins im Juni 1946 wurde Hofrat Dipl.-Ing. Greil neuerlich zum Obmann gewählt. Mit großen Schwierigkeiten wurde unter seiner einsatzfreudigen und unermüdlichen Tätigkeit der Heim- und Mensabetrieb wieder aufgenommen und es konnte dank der finanziellen Unterstützung und Förderung der zuständigen Behörden und Körperschaften sowie der landwirtschaftlichen Genossenschaften, Industrien und Firmen ein weiterer Aufbau erfolgen.

Im besonderen war durch den Aufbau eines dritten Stockwerkes auf dem Heimgebäude in den Jahren 1955/56 die zusätzliche Gewinnung von neuen Heimzimmern möglich. Ab dem Jahr 1961 erwarb der Unterstützungsverein durch Baukostenbeitrage in neu errichteten Studentenheimen der Organisationen weitere 87 Heimplatze, so dass nunmehr insgesamt 220 Heimplätze, davon im Heim selbst 133 Plätze, zur Verfügung stehen. In den folgenden Jahren stand die weitere Ausgestaltung und Modernisierung der Heim- und Mensaeinrichtungen im Vordergrund, um den Studenten nicht nur eine preiswerte, sondern eine auch der heutigen Zeit entsprechende Heimstätte zu bieten.

Im besonderen wurden in den letzten Jahren folgende Arbeiten zur Modernisierung von Heim und Mensa durchgeführt bzw. in Angriff genommen: Einrichtung eines Kühl- sowie eines Tiefgefrierraumes, Renovierung des Speisesaales, Automatisierung der Speisenausgabe, Modernisierung der Mensa­, Einrichtung von Teeküchen in jedem Stockwerk, Neuadaptierung der Studentenwohnraume u. a. m.

Für diese Maßnahmen wurden allein in den letzten 10 Jahren insgesamt rund 5,5 Millionen Schilling aufgebracht.

Mit berechtigtem Stolz und großer Freude darf anlässlich dieses Jubiläums darauf hingewiesen werden, dass seit Bestehen des Heimes an die 5.000 Stu­dierende der Hochschule für Bodenkultur eine Heimstätte im Hause Peter­-Jordan-Straße 65 gefunden haben. Das Heim wurde mehr und mehr auch eine gute und solide gesellschaftliche Basis für die jungen, stadtfremden Studie­renden des ländlichen Raumes. Diese beeindruckenden Leistungen im Dienste unserer studierenden Jugend waren und sind nur möglich durch das große Verständnis vieler namhafter Persönlichkeiten in den zuständigen Behörden, Körperschaften sowie land- und forstwirtschaftlichen Organisationen und Einrichtungen. Die großzügigen Förderungsbeitrage der in der Folge genannten Stellen sind auch heute die wesentliche finanzielle Basis für die Bewältigung der dem Verein gestellten Aufgaben:

  • Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft
  • Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
  • Landesregierungen
  • Landwirtschaftskammern
  • Präsidentenkonferenz
  • Österreichischer Raiffeisenverband
  • Landwirtschaftliche Genossenschaften
  • Versicherungen

und viele andere Organisationen und Persönlichkeiten, die hier nicht alle genannt werden können.

Ihnen gebührt der besondere Dank der Studierenden, aber auch der gesamten Land- und Forstwirtschaft.

Diese großzügige finanzielle Unterstützung ist aber auch in den nächsten Jahren notwendig, um die wachsenden Aufgaben erfüllen zu können. Neben einer weiteren Modernisierung des Studentenheimes und der Mensa gilt es, zusätzliche Heimplätze zu schaffen, unter anderem durch den Ausbau des Dachgeschosses (10 bis 15 Plätze). War die Aufbringung der erforderlichen finanziellen Mittel schon bisher sehr schwierig, so wird sie durch die außergewöhnliche Teuerung künftig noch wesentlich erschwert.

Wir hoffen daher, dass im Interesse der Land- und Forstwirtschaft die bisherige Unterstützung seitens der Förderer und Gönner des Vereines erhalten bleibt und nach Möglichkeit weiter ausgebaut werden kann.

Dadurch wird es möglich sein, dass der Unterstützungsverein und seine Einrichtungen - Heim und Mensa - weitere Jahrzehnte zum Wohle der Studierenden der Hochschule fiir Bodenkultur wird wirken können.

 

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